Louise Henry (1798-1839)
Porträt- , Genre-, Historienmalerin aus Berlin, aufgewachsen in der hugenottischen Familie Claude, mütterlicherseits aus der ebenfalls hugenottischen Gärtnerfamilie Mathieu. Viertes von sechs Kindern des Paares. Trägt früh mit Porträtzeichnen zum Einkommen der Familie bei, dabei unterstützt von Henriette Félicité Tassaert (Cousine ihrer Mutter), bereits 1812 (mit 14 Jahren) als Dilettantin auf der Berliner Akademieausstellung. Ausbildung an der Berliner Kunstakademie, als Lehrer nennt sie als Zeichenlehrer Friedrich Georg Weitsch, in der Ölmalerei ab 1815 Carl Heinrich Kretschmar. 1817 Dresden-Aufenthalt. Ab 1819 Schülerin von Wilhelm Schadow. Finanziell gefördert von König Friedrich Wilhelm III. seit 1820 – die vakante Pension der verstorbenen Henriette-Félicité Tassaert auf sie übertragen und noch erhöht. Seit 1826 verheiratet mit dem Pfarrer der französisch-reformierten Friedrichstadt-Kirche in Berlin Paul Henry (1792–1853), dessen Mutter war Susanne Henry, geb. Chodowiecka. Seit 1833 außerordentliches Mitglied der Berliner Kunstakademie, seitdem schon kränklich. Etwa 60 Werke auf den Berliner Akademie-Ausstellungen bis 1839 nachweisbar, Historien, Kopien, Porträts und Genregemälde. Romantisch in der Auffassung, ihre Kompositionen sorgsam arrangiert. Von den Zeitgenossen geschätzt, nach ihrem frühen Tod bald vergessen. Nur wenige ihrer Gemälde erhalten, vor allem Porträts bekannter Zeitgenossen, darunter das wichtige Familienbild "Die Familie Felix Henri du Bois-Reymond" (1832) im Kunstmuseum Dortmund, weitere Porträts im Stadtmuseum Berlin und im Freien Deutschen Hochstift Frankfurt am Main und der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. [kl-bb]
Teilweise erforscht